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Bernstein, Gertrud

Bernstein, Gertrud

WOHNTE IN MITTENWALDE IN DER YORKSTRASSE 42, DEPORTIERT 1943, ERMORDET IN AUSCHWITZ

Bernstein, Gertrud

Gertrud Bernstein, geb. am 10.03.1890 in Czarnikau (heute Polen), war die Ehefrau des jüdischen Kaufmanns Max Bernstein und lebte mit ihrer Familie in Mittenwalde in der Große Straße 42 (heute Yorkstraße 42).

In den oberen Etagen waren die Wohnräume, im Erdgeschoß das Kaufhaus „Max Bernstein“, welches ihr Ehemann dort seit 1912 betrieb.

Das Ehepaar hatte zwei Söhne, Horst-Günther und Karl-Heinz.

Nachdem Nazis die Leute am Einkauf „bei dem Juden Bernstein“ hinderten, boykottierten seit dem 1.04.1933 die Mittenwalder Einwohner das Kaufhaus der Familie Bernstein.
Sie mussten ihr eigenes Haus verlassen und kamen vorübergehend im Haus der Geschwister Meyer - ebenfalls Juden - in der Yorckstr. 22 unter.
Am 10.11.1938 wurden die Wohn- und Geschäftsräume verwüstet und der Name Bernstein vom Haus entfernt.

Die Familie Bernstein verließ Mittenwalde in Richtung Berlin, wo sie in der Brückenstraße 2 bzw. Sophie-Charlotte-Straße 41 (bei der Mittenwalder Familie Anschel) ausharrten, „bis das Verfahren über ihre Auswanderung abgeschlossen ist.“, siehe BLHA, Br. Pr. Rep.8 Pol I, 1401 Mittenwalde

Die Ausreise gelang aber nur dem ältesten Sohn Horst-Günther.

Die anderen Familienmitglieder Max, Gertrud und Karl-Heinz wurden am 19.04.1941 von Berlin nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden.

Für Max, Gertrud und Karl-Heinz Bernstein wurden am 13. Mai 2006 drei Stolpersteine vor ihrem ehemaligen Haus Yorckstr. 42 verlegt.

Der obige Text basiert auf der Publikation "Das haben wir alles nicht gewusst" vom Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald e.V. und auf Forschungen von Anwärterinnen und Anwärter der Finanzschule Königs Wusterhausen.

>°Stand 2026<

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