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27.01.2026 – „Sonne in der Nacht…“

Tag des Erinnerns in der Gesamtschule Otto Lilienthal Königs Wusterhausen
- persönlicher Bericht –

„Sonne in der Nacht…“ Peter Maffey meinte zwar etwas anderes als ich es jetzt (etwa 19:15 Uhr) empfinde, aber ich drehe das Autoradio laut wie lange nicht.

Schülerinnen und Schüler der 11., 12. und 13. Jahrgangsstufen der Lilienthal-Schule hatten eine Erinnerungsveranstaltung gestaltet, die nicht nur mich ergriffen hat.

Diese Veranstaltung wurde vor über 25 Jahren von der damaligen Vorsitzenden der Königs Wusterhausener Stadtverordnetenversammlung, Gislinde Rassek, angeregt.

Seit dieser Zeit werden am 27.01. Veranstaltungen anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz von den Schulen der Stadt im Wechsel gestaltet.

Daran erinnert nach einem berührenden musikalischen Beitrag der 13. Jahrgangsstufe die jetzige Stadtverordnetenvorsitzende Laura Lazarus.

In vielen Stunden haben die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, Projektkoordinatorinnen, Sozialarbeiterinnen und Partnern diesen Abend vorbereitet.


Der Schulleiter Erik Dorow lädt alle Anwesenden ein, sich von Schülern der 11. Jahrgangstufe durch die vorbereiteten Ausstellungen führen zu lassen.

Im Mittelpunkt stehen Frauen, die im Nationalsozialismus Gewalt, Zwangsarbeit, medizinischen Experimenten und sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren.

Die Schüler berichten über die Zwangssterilisierung einer Frau mit dem Namen Gertrud St. Die Entscheidung, sie zu sterilisieren, wurde in Prenzlau getroffen.

Es zieht mir die Beine weg. Prenzlau ist mein Geburtsort. Außerdem wurde in Prenzlau entschieden, dass mein Cousin Siegfried im Rahmen der T4-Aktion umgebracht werden soll.

Weil seine Mutter, meine Tante Ida, um ihn wie eine Löwin gekämpft hatte, blieb er am Leben. Er wurde NUR sterilisiert. Ich werde die Geschichte aufschreiben.


Beim Weg zu den verschiedenen Ausstellungen gestalten Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe Theaterszenen, die sich mit der Geschichte der Aufseherinnen beschäftigen.

In der Darstellung der Gerichtsverhandlung spielt ein Schüler den Anwalt der Aufseherinnen, den ich an die Schule vermittelt hatte. Er hat Migrationshintergrund und macht jetzt hier sein Abitur.

Wir sehen ein Video über eine Exkursion nach Ravensbrück. Schüler der Schule haben diese im Rahmen der Gedenkstättenpädagogik durchgeführt. Ich bitte den Schulleiter und die bestreffende Sozialarbeiterin um das Video; ich möchte es hier veröffentlichen.

Abschließend gibt es eine aufrüttelnde Performance mit dem Titel „’33 ist nicht mehr lang hin“.


Standing Ovation und langanhaltender Applaus dankt den Schülern für diese Veranstaltung. Ein passendes Adjektiv finde ich nicht. Dem Schulleiter versagt die Stimme…

Wie ich hatten viele der Gäste an den zurückliegenden Veranstaltungen am 27.01. teilgenommen.

Nach den fast zwei Stunden sind wir uns einig, dass diese Veranstaltung eine der besten, wenn nicht gar die Beste war.


„Sonne in der Nacht“ – aber „’33 ist nicht mehr lang hin“.


© GKD – 27.01.2026

Tag des Erinnerns in der Gesamtschule Otto Lilienthal Königs Wusterhausen
- persönlicher Bericht –

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