
Rosenstein, Johanna

GEB. LEVY, JG. 1889, WOHNTE IN DORFSTRASSE 13/14, VERHÖRE, FLUCHT 1940 NACH BRASILIEN, TOT IN FOLGE DER VERHÖRE 1943

Johanna Levy wurde am 15.10.1889 geboren und heiratete 1911 den damals bekannten Urologen und Chirurgen Dr. Paul Rosenstein.
Nach ihrer Hochzeitsreise erwarben sie in Wernsdorf (heute Ortsteil von Königs Wusterhausen) ein Wochenendhaus in der Jovestraße, in dem sie viel Zeit verbrachten; bis 1937 wurde dort jeder Geburtstag gefeiert.
Mit ihm hatte sie zwei gemeinsame Kinder, Hildegard, geboren am 15.12.1911 und Elise (Lieselotte), geboren am 22.11.1919. In der Publikation "Das haben wir ales nicht gewusst" wird gechrieben, dass sie drei Kinder hatten.
Da ihr Mann, Prof. Dr. Paul Rosenstein, durch seinen Beruf und mit vielen Reisen ins Ausland, u.a. eine Zeppelinreise nach Brasilien, stark beansprucht war, musste sich Johanna Rosenstein um vieles alleine kümmern.
Bis 1938 konnte ihr Mann noch als Arzt arbeiten. Dann nahmen die Repressalien zu und 1940 gelang ihm die Ausreise nach Brasilien, wo er sich Rio de Janeiro niederließ.
Johanna Rosenstein, die mit den Kindern zunächst in Deutschland verblieben war, wurde von der Gestapo mehrfach verhört.
Mit Hilfe brasilianischer Freunde gelang ihr, ein halbes Jahr später, mit den Kindern ihrem nach Mann nach Brasilien zu folgen.
Aber bald schon verstarb sie im Alter von 54 Jahren.
In seinen Memoiren schrieb Prof. Dr. Rosenstein über seine Frau: "Sie hat in Brasilien noch drei Jahre gelebt und ist als indirektes Opfer des Nationalsozialismus zu früh dahin gegangen."
Obiger Text wurde von Anwärterinnen und Anwärtern der Finanzschule Königs Wusterhausen unter Nutzung der Publikation "Das haben wir alles nicht gewusst" und weiterer öffentlicher Archive im Rahmen eines historischen Projektes am 03.03.2026 erarbeitet.
Für Johanna Rosenstein und ihrem Mann wurden am 26.10.2011 in Wernsdorf je ein Stolperstein verlegt.
>°Stand 2026<
