
Stone, Rosemarie

GEB. CZAPSKI, JG. 1921, FLUCHT 1939, ENGLAND, ÜBERLEBT
Rosmary Stone wurde 1921 als Rosemarie Czapski geboren. Mit ihren Eltern Georg Czapski und Johanna Czapski wohnte sie in der Königs Wusterhausener Bahnhofstraße 23, wo einige Häuser weiter der Vater eine Zahnarztpraxis betrieb.
Wegen des wirtschaftlichen Boykotts verließ die Familie 1934 Königs Wusterhausen und zog zur Großmutter nach Berlin, wo der Vater noch genügend jüdische Patienten behandeln konnte und Rosemarie die Jüdische Mädchenschule besuchte.
Rosemarie erlebte, wie ihr Vater 1938 für ein halbes Jahr ins KZ Sachsenhausen eingeliefert wurde.
Durch eine Lehrerin der Jüdischen Mädchenschule erfuhr die Familie von der Möglichkeit, über sogenannte "Kindertransporte" Rosemarie nach England zu schicken.
Im August 1939 kam Rosemarie mit anderen Kindern dort an, wurde aber mit anderen Kindern in einem alten Schloß aus dem 14. Jahrhundert interniert, weil am 01. September 1939 Deutschland den 2. Weltkrieg begann.
Erst anderhalb Jahre später kehrte Rosemarie nach London zu einer Gastfamilie zurück.
1942 waren ihre Eltern und die Großmutter nach Auschwitz deportiert worden, wo die Großmutter sofort vergast wurde.
Davon erfuhr Rosemarie erst nach Ende des Krieges, auch dass die Eltern überlebt hatten.
Da die Eltern aber nicht nach England durften und Rosemarie nicht mehr nach Deutschland wollte, entschied sie sich, in die USA zu gehen.
1947 übersiedelte Rosemarie zuerst nach New York und später nach Chicago, wo sie als Übersetzerin für Deutsch ud Englich arbeitete.
Als 1949 ihre Eltern endlich nach Chicago kommen konnten, entschied sich die Familie nach New York zu ziehen, wo Rosemarie ihren späteren Mann kennenlernte.
Er war der Sohn des bekannten jüdischen Hamburger Arztes Katzenstein, der mit seiner Familie bereits 1939 in die USA ausgewandert war und sich fortan Stone nannte. So lebte Rosemarie Czapski bis zu ihrem Tod als Rosmary Stone in den USA.
Obiger Text wurde von Anwärterinnen und Anwärtern der Finanzschule Königs Wusterhausen unter Nutzung der Publikation "Das haben wir alles nicht gewusst" und weiterer öffentlicher Archive im Rahmen eines historischen Projektes am 03.03.2026 erarbeitet.
>°Stand 2026<
