
Bernstein, Karl-Heinz

JG. 1923, WOHNTE IN DER YORKSTRASSE 42, DEPORTIERT 1943, ERMORDET IN AUSCHWITZ
Karl-Heinz Bernstein wurde am 06.02.1923 in Mittenwalde geboren und verlebte dort Kindheit und erste Jugendjahre.
Er war der Sohn des Kaufmanns Max Bernstein und dessen Frau Gertrud Bernstein. Die Familie lebte in Mittenwalde in der Große Straße 42 (heute Yorkstraße 42).
In den oberen Etagen waren die Wohnräume, im Erdgeschoß das Kaufhaus „Max Bernstein“, welches sein Vater dort seit 1912 betrieb.
Karl-Heinz hatte einen älteren Bruder, Horst-Günther, dem es mit einer rechtzeitigen Ausreise nach Australien gelang, dem Holocaust zu entgehen.
Seit dem 01.04.1933 boykottierten die Mittenwalder Einwohner das Kaufhaus der Familie Bernstein, nachdem Nazis die Leute am Einkauf „bei dem Juden Bernstein“ hinderten.
Mit seinen Eltern verließ er die Wohnung und kam vorübergehend im Haus der Geschwister Meyer - ebenfalls Juden - in der Yorckstr. 22 unter.
Am 10.11.1938 wurden die Wohn- und Geschäftsräume verwüstet und der Name Bernstein vom Haus entfernt.
Als Jugendlicher erlebte er sicherlich die antisemitistischen Maßnahmen besonders intensiv. Letzendlich verließ er mit seinen Eltern seinen Heimatort in Richtung Berlin.
Max, Gertrud und Karl-Heinz Bernstein wurden am 19.04.1941 von Berlin nach Auschwitz deportiert wo sie ermordet wurden.
Für Max, Gertrud und Karl-Heinz Bernstein wurden am 13. Mai 2006 drei Stolpersteine vor ihrem ehemaligen Haus Yorckstr. 42 verlegt.
Der obige Text basiert auf der Publikation "Das haben wir alles nicht gewusst" vom Verein Kulturlandschaft Dahme-Spreewald e.V. und auf Forschungen von Anwärterinnen und Anwärter der Finanzschule Königs Wusterhausen.
>°Stand 2026<
