
Israel, Bianca

ISRAEL, BIANCA, GEB. COHN, JG. 1870, DEPORTIERT 1943 THERESIENSTADT, 'FREIHEITSTRANSPORT' 1945 SCHWEIZ
Bianca und ihr Mann Richard Israel lebten mit ihren Kindern von 1890 bis zu ihrer Vertreibung im Schulzendorfer Gutsschloss.
Es heißt, dass die Israels für die Gutsarbeiter freundliche faire Arbeitgeber waren. Sie bauten eine vierklassige Schule. Mit einer „Spielschule“ riefen sie eine Art Kindergarten ins Leben und lebten „in gutem Einvernehmen“ mit den Schulzendorfer Menschen.
Ihnen sei es zu verdanken gewesen, dass das Dorf 1911 an das Stromnetz angeschlossen und mit dem Wasserwerk Charlottenburg die Trinkwasserversorgung vereinbart wurde.
Bianca Israel engagierte sich für den "Berliner Kinderschutzverein".
Nach ihrer Vertreibung durch die Nationalsozialisten lebten Bianca und Richard Israel ab 1939 zunächst in Berlin, während die anderen Familienmitglieder ins Ausland emigrierten.
Bis zuletzt wollte ihr Mann Richard nicht daran glauben, dass er in Gefahr war. Er meinte, dass ihn sein Einsatz im ersten Weltkrieg, in dem er Adjutant des Oberkommandierenden des kaiserlichen Heeres, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, war, schützen würde.
1943 wurden sie nach Theresienstadt deportiert.
Die Nazis propagierten Theresienstadt als einen „Altersitz“ für „verdienstvolle Juden" aber wenige Tage nach der Ankunft im Ghetto Theresienstadt war Richard Israel tot.
Bianca Israel überlebte, weil Heinrich Himmler, einer der Hauptverantwortlichen des Holocaust, kurz vor Kriegsende Humanität vortäuschend aber offenbar um eigenes Wohl bedacht, mit verschiedenen Ländern Vereinbarungen zur Freilassung von Juden traf.
So kam Bianca Israel 1945 mit einem sogenannten „Freiheitstransport“ in die Schweiz, insgesamt 1200 Juden aus dem Ghetto Theresienstadt die Ausreise in die Schweiz ermöglichte.
Nach kurzem Aufenthalt in den USA starb sie hochbetagt 1963 in Hannover.
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