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Israel, Richard

Foto Stolperstein

ISRAEL, RICHARD, JG. 1869, WOHNTE IN SCHULZENDORF, UNFREIWILLIG VERZOGEN, 1939 BERLIN, DEPORTIERT 1943 THERESIENSTADT, ERMORDET 22.3.1943

Richard Israel und seine Frau Bianca lebten mit ihren Kindern von 1890 bis zu ihrer Vertreibung im Schulzendorfer Gutsschloss.

Richard Israel bekam von seinem Vater bereits mit 21 Jahren zur Hochzeit mit seiner Frau Bianca das Rittergut Schulzendorf mit vielen Ländereien geschenkt.

Es heißt, dass die Israels für die Gutsarbeiter freundliche faire Arbeitgeber waren. Sie bauten eine vierklassige Schule. Mit einer „Spielschule“ riefen sie eine Art Kindergarten ins Leben und lebten „in gutem Einvernehmen“ mit den Schulzendorfer Menschen.

Ihnen sei es zu verdanken gewesen, dass das Dorf 1911 an das Stromnetz angeschlossen und mit dem Wasserwerk Charlottenburg die Trinkwasserversorgung vereinbart wurde.

Richard Israel war ein geschätzter Kunstmäzen. Er pflegte gute Beziehungen zu Lovis Corinth, der längere Zeit auf dem Gut weilte und Frau Bianca Israel (1901) malte. Richard Israel pflegte Kontakte zu Max Liebermann und Walter Leistikow. Von Leistikow erwarb er 1895 das Gemälde "Der Grunewaldsee" und schenkte es der Nationalgalerie. Der Schriftsteller Niendorf verkehrte ebenfalls in seinem Hause.

Nach ihrer Vertreibung durch die Nationalsozialisten lebten Bianca und Richard Israel ab 1939 zunächst in Berlin, während die anderen Familienmitglieder ins Ausland emigrierten.

Bis zuletzt wollte Richard Israel nicht daran glauben, dass er in Gefahr war. Er meinte, dass ihn sein Einsatz im ersten Weltkrieg, in dem er Adjutant des Oberkommandierenden des kaiserlichen Heeres, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, war, schützen würde.

1943 wurden sie nach Theresienstadt deportiert.
Die Nazis propagierten Theresienstadt als einen „Altersitz“ für „verdienstvolle Juden", aber wenige Tage nach der Ankunft im Ghetto Theresienstadt war Richard Israel tot.

Bianca Israel überlebte, weil Heinrich Himmler, einer der Hauptverantwortlichen des Holocaust, kurz vor Kriegsende Humanität vortäuschend aber offenbar um eigenes Wohl bedacht, mit verschiedenen Ländern Vereinbarungen zur Freilassung von Juden traf.
So kam Bianca Israel 1945 mit einem sogenannten „Freiheitstransport“ in die Schweiz, insgesamt 1200 Juden aus dem Ghetto Theresienstadt die Ausreise in die Schweiz ermöglichte.

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