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Zeitzeuge/Zeitzeugin

George Torrey

George Torrey
George Torrey hieß ehemals Jerzy Terkeltaub und war fast zwei Jahre alt, als die Nazis im Februar 1940 das Ghetto in Lodz errichteten. Sein Vater Saul Terkeltaub arbeitete im Ghetto als Leiter einer Tischlerei. Die kleine Familie Terkeltaub, Vater Saul, Mama Bracha und George, blieb bis Oktober 1944 im Ghetto, etwa zwei Monate nach der formellen Auflösung des Ghettos im August. Die meisten Kinder im Ghetto Lodz im September 1942 wurden verhaftet und deportiert. George wurde versteckt. Er war eines der wenigen Kinder, die diese „Aktion“ überlebten. George Torreys Großvater mütterlicherseits kam im Ghetto um. Georges Mama Bracha hatte zwei Brüder, Shmuel und Fishl, die ebenfalls im Holocaust umkamen – Shmuel im Warschauer Ghetto oder in Treblinka und Fishl in der Sowjetunion. Die Großeltern von George väterlicherseits, Israel Moshe und Helena, kamen im Ghetto Lodz um. Auch seine drei Onkel kamen im Holocaust in Auschwitz/Birkenau um, Marek und Dawid in Russland. Das Ghetto Lodz wurde im August 1944 liquidiert und die meisten Menschen wurden getötet. Doch Jerzy Terkeltaub / George Torry und seine Eltern sowie mehrere weitere Mitglieder ihrer Großfamilie gehörten zu den etwa 1200 Juden, die in Lodz blieben. Zu ihnen gehörten Jerzy, Saul und Bracha Torrey, Sauls Schwester Frania, ihr Ehemann Chaim Grynbard und sein Sohn Dadek, Sauls andere Schwestern Dorka und Maryla sowie Brachas Mutter Rywka. Alle wurden im Oktober 1944 in Viehwaggons nach Deutschland gebracht. Die Männer kamen ins KZ Sachsenhausen, die Frauen und Kinder ins KZ Ravensbrück. Georges Großmutter Rywka wurde im Dezember 1944 in Ravensbrück ermordet. Georges drei Tanten Frania, Dorka und Maryla überlebten. George und weitere Familienmitglieder waren kurzzeitig im KZ-Außenlager in Königs Wusterhausen. Die Männer in Königs Wusterhausen forderten nämlich von den Nazis, ihnen ihre Frauen und Kinder zurückzugeben. Die Nazis stimmten „ironischerweise“ zu, da sie die Arbeiter brauchten. So wurden George und seine Mutter Bracha nach Königs Wusterhausen verlegt. Kurz vor Ende des Krieges wurden die Häftlinge ins KZ Sachsenhausen zurückgebracht. Dort kam die verbliebene Familie Terkeltraub wieder zusammenkam. Aber Chaim und Dadek wurden auf einen Todesmarsch geschickt, wo sie ermordet wurden. Die anderen der Familie Terkeltaub wurden von der sowjetischen Armee in Sachsenhausen befreit. Von Sachsenhausen ging die Familie erst nach Berlin und dann in ein Lager für Vertriebene in Dornick nahe der niederländischen Grenze. Ende 1946 zogen sie in ein anderes Lager für Vertriebene in Kevelaer in Nordrhein-Westfalen. Später gingen sie nach Düsseldorf und wanderten von dort 1949 in die USA aus und ließen sich in Springfield, Massachusetts, nieder. Nach ihrer Ankunft in Amerika änderte die Familie ihren Nachnamen von Terkeltaub in Torrey.

Gespräch mit menschen-geschichten am 10. August - hier mit seiner Ehefrau

Der obige Text basiert auf einer Veröffentlichung des springfieldmuseums - siehe HIER.


INTERVIEW mit dem Yiddish Book Center - 18. Januar 2022 BERICHT zum Besuch der Familienangehörigen von George Torrey in Königs Wusterhausen am 06.07.2025.


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